August 2018

Liebe Gemeinde

„Wenn ihr betet, dann tut es nicht wie die Scheinheiligen!“ Ob Sie es glauben oder nicht, das hat Jesus gesagt (Mattthäusevangelium 6,5). Und er meint damit, dass wir aus dem Gebet keine Show machen sollen, sondern es soll ein ehrliches Anliegen sein, wenn wir die Hände falten.

Aber wie geht es dann weiter? Ich erlebe bei Jugendlichen da eine gewisse Unsicherheit. „Was sollen wir denn sagen?“ Und: „Ist das schlimm, wenn mir nichts einfällt?“

Ich gebe meinen Schülern dann gern mit auf den Weg, was ich als Schüler von meinem Pfarrer gelernt habe. Manchmal sprudelt es, wenn man betet. Und manchmal fehlen einem die richtigen Worte. Wenn es sprudelt, lass es sprudeln. Auch wenn manche Worte durcheinander geraten, sie kommen bei Gott schon richtig an. Und wenn du nicht weisst, wie du sagen sollst, was dir auf dem Herzen liegt, nimm ein formuliertes Gebet, nimm z. B. das „Unservater“ und gib dich mit deinem Beten da ganz hinein. Oder aber schweige und sei einfach da vor Gott und offen für ihn. Vielleicht will er sich dir im Schweigen mitteilen. Um es ohne viel Drumherum zu sagen: Es gibt kein richtiges oder falsches Beten solange es nur von Herzen kommt. Und wenn es von Herzen kommt, dringt es auch zu Gott. Denn, so sagt Jesus, „dein Vater, der auch das Verborgenste sieht, wird dich dafür belohnen.“

Es grüsst Sie sehr herzlich

Ihr Pfarrer Christian Herbst