September 2018

Liebe Gemeinde

Manchmal kann es ganz schön heftig für einen kommen, ob es jetzt die Arbeitssituation betrifft, das eigene Wohlergehen oder das von nahen Menschen. Manchmal ist es ganz schön heftig, das weiss auch Paulus. Aber er weiss auch, wie man dem begegnen kann. Er schreibt im Kapitel 4 seines Briefes an die Römer: Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten, und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. Wir sind oft ratlos, aber nie verzweifelt.

Und das soll nicht heissen, dass Christen dauernd happy sind. Das sind sie nicht. Aber Christen verlieren nie den Boden unter den Füssen und erleben den totalen Absturz ihres Lebens nicht, denn wir wissen uns von Gott getragen, selbst im Schweren. Das ist das Geschenk des Glaubens. Paulus schreibt darüber im selben Zusammenhang: Diesen kostbaren Schatz tragen wir in uns, obwohl wir nur zerbrechliche Gefässe sind. So wird jeder erkennen, dass die ausserordentliche Kraft, die in uns wirkt, von Gott kommt und nicht von uns selbst.

Was für ein Geschenk der Glaube ist, zeigt sich oft grad in schweren Zeiten. Aber ich kann das gar nicht so schön ausdrücken. Besser klingt diese Erkenntnis in der „Bitte an den Engel“ des russischen Dichters Waleri Brjussow: Engel des seligen Schweigens, / zum Freuen gib du mir Mut, / wenn mich die Woge des Leidens / reisst in abgründige Flut.

Es grüsst Sie sehr herzlich Ihr Pfarrer Christian Herbst