Liebe Gemeinde

„Vor Gott kann sich niemand etwas auf sein Können einbilden.“, schreibt Paulus an die Korinther (1.Kor 1,29). Wenn wir diese Worte ernst nehmen, dann heisst das ja, dass unsere Kräfte und Talente und Taten nichts gelten.

Das zu denken kann einen deprimieren oder in wütenden Widerspruch bringen. Selbstverständlich gilt mein Können etwas! Ich habe Kraft und Talent, etwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen! Andere trauen mir das zu. Und auch ich glaube an mich.

Doch seien wir nicht zu vorschnell mit dem Pauluswort. „Nicht ich, sondern Gott in mir“, schreibt der Schwede Dag Hammarskjöld (1905–1961), der erste UN-Generalsekretär, in sein Tagebuch, während er sich bemüht, die Konflikte in der Welt zu befrieden.

Wer bin ich schon? Diese Frage schwingt in der Bemerkung von Dag Hammerskjöld mit. Nur ein Mensch. Und das soll einen nicht kleinmachen. Es soll einen nur sensibel machen für den Ursprung unserer Kraft und unserer Talente, aus denen unsere Taten werden.

Nicht ich, sondern Gott in mir. Vor Gott kann sich niemand etwas auf sein Können einbilden. Wir glauben nicht an uns. Wir glauben an die Mächtigkeit Gottes, der in uns wirkt. Wir rühmen nicht unsere Kräfte und Stärke, wir rühmen die Macht Gottes, die uns fähig und stark macht. Es ist sein Licht, das unsere Wege erleuchtet. Es ist seine Kraft, die in uns mächtig ist. Seien wir dafür dankbar! Oder wie Paulus den Korinthern schreibt: Wenn jemand stolz sein will, dann soll er auf das stolz sein, was Gott für ihn getan hat (1.Kor 1,31).

 

Es grüsst Sie sehr herzlich

Ihr Pfarrer Christian Herbst